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8. Januar 2010 um 13:56

Worauf warten?

Heiraten und Kinder kriegen ist ein Thema, das immer wieder heiß diskutiert wird. Während viele niemals heiraten möchten, da sie keine „Notwendigkeit“ darin sehen und auch „vorerst“ keine Kinder in die Welt setzen wollen, damit ihre Karriere nicht ins Wanken gerät oder sie noch auf den „richtigen Zeitpunkt“ oder Partner warten, wünschen sich andere nichts sehnlicher, als endlich eine Familie zu gründen und sesshaft zu werden. Doch wo sind diese Menschen??

Vor einem halben Jahr habe ich mich noch gewundert, warum in meinem Freundeskreis nicht geheiratet wird oder Babyparties gefeiert werden, obwohl das im erweiterten Bekanntenkreis mittlerweile Gang und Gebe ist und ich bisher meist auf Hochzeiten tanzte, zu denen ich als Begleitung eingeladen war, jedoch erst eine meiner Freundinnen sich getraut hat. Natürlich waren auch die anderen Hochzeiten wundervolle Feste, doch immer ein wenig unpersönlich, da es sich eben nicht um „meine“ Freunde handelte. Bei denen gab es bisher allerdings keinerlei Anzeichen für Veränderungen in diese, vielleicht zu „altmodische“ Richtung – leider!

An Silvester hörte ich dann plötzlich „Verlobte hier, heiraten da, Trauzeuge, Baby“ etc. Dazu sei gesagt, dass es sich um verschiedene Pärchen handelte und nicht nur um zwei Personen, die sich aufgrund einer überraschenden Schwangerschaft jetzt gezwungen sehen, in den Hafen der Ehe einzulaufen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich wirklich schon gefragt, woran es liegen mag, dass sich in meinem Umfeld nichts in Richtung Familie verändert. Langjährige, glückliche Beziehungen, die sich nicht weiter entwickelten – bis jetzt. Endlich bewegt sich etwas!

Doch worauf warten wir überhaupt immer so lange? Natürlich möchte ich niemanden dazu bewegen, sich direkt in der Verliebtheitsphase in eine Ehe mit zig Kindern zu stürzen, auch wenn es gerade zu dem Zeitpunkt das Schönste ist, was man sich vorstellen kann. Was bringt uns dazu, so lange zu zögern, bevor wir einen weiteren, großen Schritt wagen, obwohl wir doch eigentlich längst bereit sind, uns zu binden und dies auch wirklich wollen? Immer länger wägen wir ab, sind uns unsicher – kommt vielleicht noch etwas Besseres? Ist er/sie auch wirklich als Elternteil geeignet? Potentielle Kandidaten werden auf Herz und Nieren geprüft und fallen am Ende meist wegen kleinerer Macken durch, mit denen wir uns einfach nicht abfinden können. Sind wir zu pingelig zu analytisch? Und was hat das noch mit Liebe zu tun?

Wir warten auf die idealen Umstände, die in den meisten Fällen doch nicht eintreten: perfekter Partner, gesichertes Einkommen sowie ein fester Arbeitsplatz, an den man nach der Elternzeit problemlos zurückkehren kann. In Anbetracht der momentanen wirtschaftlichen Lage ein relativ utopischer Zustand – was ist heute noch sicher? Auch gibt es nie eine Garantie, dass eine momentan glückliche Beziehung die nächsten 15, 20 oder 25 Jahre übersteht. Eine „sichere“ Zukunft ist also nicht gewährleistet. Habt Ihr also einen Partner gefunden, mit dem Ihr Euch eine Familie vorstellen könnt und das auch Euer Wunsch ist, geht die Sache an. Diejenigen unter Euch, die sich all das wünschen und trotz „idealer“ Umstände (s.o.) immer wieder Ausflüchte suchen und sagen, sie würden noch auf den „richtigen“ Zeitpunkt warten, haben wahrscheinlich – so hart es auch klingt – doch noch nicht den richtigen Partner gefunden. Generell gilt: Das Leben ist kurz und wir sollten es voll auskosten anstatt es mit warten zu verbringen.

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