Beziehungen am Arbeitsplatz
Sollte man in Sachen Liebe die Finger von Arbeitskollegen lassen? Frei nach dem Motto: Don’t shit where you eat! Es gibt Unternehmen, die Beziehungen unter Angestellten sogar vertraglich untersagen und dadurch versuchen, solche Verbindungen zu verhindern und somit Probleme zu vermeiden. Schließlich können Beziehungsprobleme die Arbeit beeinträchtigen. Wenn der (Streit-)Partner dann auch noch im selben Gebäude oder gar am Schreibtisch gegenüber sitzt, führt das mit Sicherheit nicht zu verbesserten Leistungen am Arbeitsplatz.
Natürlich liegt es nah, sich in einen Kollegen, der Single ist, zu verlieben. Man lernt sich beim Mittagessen in ungezwungener Atmosphäre kennen und nach einiger Zeit vielleicht auch lieben. Man hat auf Anhieb Dinge gemeinsam und kann sich am Arbeitsplatz den Rücken stärken und gegenseitig unter die Arme greifen. Doch wenn es mal Streit gibt, kann diese Harmonie schnell ins Gegenteil umschwenken und Probleme verursachen. Darüber hinaus liegt die Beziehung ständig für alle sichtbar auf dem Präsentierteller.
Einige Menschen können Persönliches gut von Geschäftlichem trennen und gehen am Arbeitsplatz sehr professionell und verantwortungsvoll mit ihren Aufgaben um, ohne sich von ihrer Partnerschaft beeinflussen zu lassen. Andere wiederum sind eher empfindlich und könnten sich im Falle einer Trennung dazu gezwungen sehen, den Arbeitsplatz zu wechseln, damit sie nicht so starke Schmerzen und Demütigung erleiden müssen.
Es kommt sicherlich außerdem auf die Größe des Betriebs an und wie eng man mit seinem Partner zusammen arbeitet. Am Ende muss jeder für sich entscheiden, ob er oder sie sich dazu im Stande sieht, eine Beziehung mit einem Kollegen in Betracht zu ziehen. Handelt es sich um eine große Firma und man verliebt sich in einen Kollegen in einer weit entfernten Etage, sind negative Auswirkungen unwahrscheinlicher, als wenn man sich das Büro teilt. Man sollte auf jeden Fall darauf achten, dass sich persönliche Differenzen nicht zu sehr auf das Arbeitsleben auswirken oder dieses gar beeinträchtigen.
Hat man sich verliebt und für eine Partnerschaft entschieden, hat man mit Glück dieselben Arbeitszeiten und kann somit gemeinsam aufstehen, frühstücken und zur Arbeit fahren. Abends trifft man sich am Ausgang und macht sich auf den Heimweg. Gegebenenfalls sieht man sich sogar in der Pause. Man ist mit den Aufgaben des Partners bestens vertraut und kann dadurch auch mehr Verständnis für dessen Arbeitsstress aufbringen. Allerdings kann es einen auch nerven, wenn der Partner immer über alles Bescheid weiß und sich vielleicht sogar in Dinge einmischt, ohne dass man ihn darum bittet. Ein Außenstehender könnte einige Situationen objektiver betrachten und würde dementsprechend anders reagieren. Eine Beziehung unter Arbeitskollegen kann eben nicht nur am Arbeitsplatz zu Problemen führen, sondern auch das Privatleben auf den Kopf stellen.
Wie immer gibt es Vor- und Nachteile. Man sollte sich jedenfalls gut überlegen, ob man dieser Sache gewachsen ist und man mit den Konsequenzen, die so eine Partnerschaft haben kann, umgehen kann. Einigen ist es zu eng, andere wiederum finden genau diesen Aspekt wunderschön. Solange man Arbeit und Privates trennen kann, – und zwar zuhause und am Arbeitsplatz – steht einer Liebe am Arbeitsplatz wenig im Weg. Und am Ende kann man sich sowieso nicht dagegen wehren. Es heißt nicht umsonst: Wo die Liebe hinfällt.
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