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Der Liebesbrief - Ein Relikt aus alten Zeiten?

25. Januar 2010 um 15:48

Briefe… Das waren noch Zeiten. Heute erhält man diese Schriftstücke meist nur noch in Form von Rechnungen oder Werbung. In Zeiten des Internets schreibt man eben Emails, doch müssen wir doch zugeben, dass es nicht annähernd das gleiche ist. Auch wenn viele meinen, der Liebesbrief sei kitschig, bin ich mir doch sicher, dass die meisten sich über ihn freuen (würden).

Emails und Co. sind zwar praktisch und können denselben Inhalt vermitteln wie Briefe, sind jedoch ziemlich unpersönlich und dadurch weitaus weniger romantisch. Und ist es nicht einfach schön, Liebe schwarz auf weiß in der Hand zu halten? Darüber hinaus ist es heutzutage eine Rarität und allein deshalb schon etwas Besonderes, überhaupt einen Brief zu erhalten. Und für alle, die eher schreibfaul sind: Es muss ja auch nicht immer ein Brief sein. Schließlich ist nicht jeder von uns ein Shakespeare. Eine süße Postkarte oder gar eine kleine Notiz auf einem Post-it zaubert ein Lächeln auf die Lippen des Partners.

Ist man Single und schreibt jemandem, in den man verliebt ist, er/sie es aber noch nicht weiß, sollte man darauf achten, nicht gleich über das Ziel hinauszuschießen. Für die Person ist es schließlich neu, dass sie begehrt wird und muss daher langsam und vorsichtig an die Sache herangeführt werden. Also nicht gleich die Heirats- und Familienwünsche offenbaren und den anderen damit eventuell überfordern und in die Flucht treiben. Außerdem sollte man sich überlegen, ob die andere Person auch diskret und respektvoll mit der Liebeserklärung umgeht. Man will schließlich nicht, dass die ganze Klasse, der gesamte Freundeskreis oder alle Arbeitskollegen eine Kopie bekommen und Zeilen zitieren, während man mit hochrotem Kopf das Weite sucht.

Was man in so einen Liebesbrief reinschreibt, ist wohl individuell unterschiedlich und muss den Gegebenheiten – Single, Beziehung, Brief oder Karte etc. – angepasst werden. Aussagen wie „Ich denke an Dich“, „Freue mich auf Dich“, „Du fehlst mir“ oder „Ich liebe Dich“ – in allen möglichen Varianten – können nur gewinnen. Aber Vorsicht! Es gibt auch Menschen, die mit derartigem Liebesgeflüster nicht viel anfangen können. Möchte man dennoch seine Gefühle in schriftlicher Form zum Ausdruck bringen, sollte man es leicht halten und es mit der Gefühlsduselei nicht übertreiben.

Natürlich ist es auch „anstrengender“, einen Brief zu schreiben: Man sollte auf seine Handschrift achten, damit der andere die Liebesbekundung auch lesen kann. Es gibt kein Rechtschreibprogramm und wenn man sich verschreibt, muss man sich ein neues Blatt Papier holen und kann nicht einfach die Delete-Taste betätigen. Hat man das Kunstwerk endlich fertig, steht einem noch der Gang zur Post bevor, denn leider gehört auf einen Brief auch eine Briefmarke. Aber die Mühe lohnt sich sicher. Der Empfänger weiß diesen „Aufwand“ ganz bestimmt zu schätzen und wird zur Belohnung vor Freude strahlen.

Ein Liebesbrief ist Romantik pur und die geschriebenen Worte berühren einen auf vollkommen andere Weise als es ausgesprochene Liebeserklärungen vermögen. Was jedoch genau den Zauber ausmacht, lässt sich nur schwer in Worte fassen. Jeder, der schon einmal solch einen Brief erhalten oder geschrieben hat, weiß, wie unbeschreiblich dieses Gefühl ist. Daher sollte man es einfach selbst probieren und erleben.

Tipp: Besonders viel Stil beweist man mit besonderem Briefpapier und Worten direkt aus dem Füllfederhalter! Also, Feder gezückt und ran an den Schreibtisch.

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