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Be my funny Valentine..

10. Februar 2010 um 16:33

Jahr für Jahr scheiden sich an einem bestimmten Tag im Jahr die (Liebes-)Geister. Viele können es kaum erwarten, für manche steht ein Tag voller Melancholie an – die Rede ist vom Valentinstag.

Böse Zungen behaupten gar der Valentingstag sei von findigen holländischen Floristen ins Leben gerufen worden, um die Absatzzahlen der heimischen Tulpen zu erhöhen. Verschwörungstheoretiker aller Herren Länder mögen beruhigt sein..

Der Valentinstag geht auf kirchlich-religiöse Wurzeln zurück und hat seinen Ursprung in Italien. Der in Terni ansässige Bischof Valentin, setzte sich über die Statuten der Obrigkeit hinweg und traute etliche Verliebte, darunter römische Soldaten, denen die Ehe eigentlich verboten war und gab ihnen einen Strauß Blumen aus seinem Garten als gutes Zeichen mit auf den Weg.

Tragisch aber wahr, sein Todestag, der 14.02.269, bildet die Grundlage für den Valentinstag, vermischt mit ein paar altertümlichen, römischen Bräuche. So zogen am 15.02. eines jeden Jahres, dem Feiertag der Göttin Juno (Schutzpatronin der Ehe), römische Junggesellen Lose mit ledigen Frauen und verbrachten einen Tag miteinander.

Beim Thema Lose, muss ich an Papier denken und an meine ganz persönliche Valentinstagsgeschichte. Wer erinnert sich nicht an die kleinen, niedlichen handgeschriebenen Zettel, die man am Valentinstag in seinem Schulranzen oder Spint gefunden hat? Ich erinnere mich an einen ganz bestimmten Zettel, dessen Inhalt mich immer noch zum Schmunzeln bringt. Das gute Mädchen hieß Julia und ich muss zugeben, ich war ganz schön verschossen in Julia, habe mich aber nie getraut meine Fußball-Kumpels links liegen zu lassen und sie einfach anzusprechen. Ein Glück spielt das Ganze in einer Phase eines jeden Lebens, in der es für Mädchen noch normal ist, den Herzbuben bei Gefallen auch darauf aufmerksam zu machen. Der Zettel war blau und seine Nachricht kurz, „Ich find Dich süß, Du darfst mich zu einem Eis einladen.“, darunter drei Kästchen „Ja“, „Nein“ und „Vielleicht“. Das war bis dato meine schönste Kugel Eis..

Dieser kleine Ausflug in meine Vergangenheit kommt nicht von ungefähr, die Geschichte hat eben auch eine Moral. Natürlich versteckt sich hier im Eis ebenfalls der Kapitalismus, aber gefühlt hat der Valentinstag in seiner Bedeutung zu großen Teilen kommerzielle Züge angenommen und der Grundgedanke scheint abhanden gekommen. Überspitzt formuliert, muss man heute schon einen Kunstflieger mieten und den Namen der/des Auserwählten in die Wolken schreiben lassen, um die gewünschte Aufmerksamkeit zu erzielen.

Der Tag der Liebenden spaltet die Gesellschaft in zwei große Lager. Auf der anderen Seite haben wir die Pärchen, auf der anderen Seite solche die es werden wollen. Für etliche Pärchen scheint der Valentingstag nichts anderes als ein dritter Geburtstag zu sein, ähnelt die Vorbereitung und Geschenkebesorgung doch frappierend dem Ehrentag. So liegen mir schon seit Wochen etliche Freunde in den Ohren, welches Geschenk denn diesmal das Richtige sei (und nein, die SKY-Box ist auch dieses Jahr nicht das Richtige).

Findet man sich in der Gruppe derjenigen wieder, die den Valentingstag als Sprungbrett in weit höhere Gefilde nutzen möchten, so gilt umso mehr sich besonders Mühe zugeben. Hauptsache ausgefallen, im Zweifel teuer und in der Wirkung nur kurzfristig erfolgreich. Solch‘ ausgefallene Aktionen wecken natürlich Erwartungen, was in der Zukunft noch alles Ausgefallene kommen mag.

Ein Vers aus dem Song „My funny Valentine“ von Rodgers & Hart, hat es mir besonders angetan:

But don’t change a hair for me

Not if you care for me

Stay little Valentine stay

Each day is Valentine ’s Day

In meinen Augen ist vor allem wichtig, es ernst zu meinen und nicht etwas zu tun oder zu schenken, nur weil man das Gefühl hat es zu müssen, weil es eventuell jemand erwartet oder weil es alle machen. Der Valentinstag ist ein Tag wie jeder andere.

In Anlehnung an den Schwank aus meiner Jugend noch ein Tipp an alle Verliebten, Singles, Partnersuchenden oder Valentingstagsmuffel: Nehmt euch einen schönes Blatt Papier und einen Füller. Jetzt nur noch die Sonntagsschrift herausgeholt und jemanden der euch nahe steht, oder nicht so nahe steht, wie ihr es gerne hättet, zum Eis (oder Glühwein) einladen.

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